Bericht zum Reussner-Treffen in Königsbrunn im September 2008

Anlass: Seit 2006 habe ich im Reußner-Heimatblatt und in der Siebenbürgischen Zeitung über dieses Projekt informiert. Weiterhin stand ich am Reußner-Treffen und telefonisch immer zur Verfügung. Im 2. Reußner-Heimatblatt 2007 habe ich über den neuesten Stand der Dinge dargestellt und gebeten, sofern Einwände sind, mir diese bis zum 31. März 2008 mitzuteilen.

50 Personen haben 12.580 € gespendet und viele andere haben mir gegenüber immer Zustimmung signalisiert. Da bei mir persönlich keine Einwände erfolgten, hatte ich alle Vorbereitungen getroffen um im Juni 2008 den Zaun zu errichten und mich daher im April 2008 an das Bezirkskonsistorium Hermannstadt gewandt.

Nachdem ich, leider nur über Dritte erfahren habe, dass einige Reußner mit der vorgeschlagenen Variante nicht einverstanden sind, habe ich alles abgebrochen und möchte im Folgenden den Stand der Dinge nochmals festhalten.

Ziel: 2006 haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Friedhof einzufrieden. Folgenden Anforderungen sollte daher jeder Vorschlag genügen: Es sollte eine professionelle Variante sein, d.h. dass das Material jahrzehntelang halten sollte und die Ausführung sollte fachlich einwandfrei erfolgen können. Es sollte beachtet werden, dass unsere Ressourcen (Geld und freiwillige Arbeitszeit) begrenzt sind. Zwei Varianten stehen zurzeit zur Entscheidung. Neben diesen Varianten kann jeder auch andere einbringen. Diese Informationen sollen als Entscheidungshilfe dienen.

1. Variante: Stahlmattenzaun/Doppelstabzaun

Im 1. Reußner-Heimatblatt 2007 wurde folgendes vorgeschlagen: Ein Stahlmattenzaun bzw. Doppelstabzaun bestehend aus verzinktem Draht mit 5,5 mm Drahtdicke. Dabei kann man alle 2 bis 3 Meter einen Pfosten stellen und dazwischen eine Matte befestigen oder die Stahlmatten vor die Pfosten befestigen. Letzteres wird öfters gemacht und sieht besser aus.

Auf dem Reußner-Treffen von 2007 hat Michael Hartmann, der selber Handwerker ist und solche Zäune in Deutschland schon gemacht hat, folgenden fachlichen Hinweis gegeben: Bei dieser Variante ist ein Fundament (Betonring, centura de beton) von ca. 80 cm Tiefe rings um den Friedhof unabdingbar. Wenn man nur die Pfosten einbetoniert, dann werden spätestens nach ca. 5 Jahren aufgrund der Erdbewegungen die Matten Wegbrechen.

Zurück in Deutschland habe ich einen Bauingenieur und bei verschiedenen Fachgeschäften, die diese Art von Zäunen verkaufen, nachgefragt. Überall wurde mir bestätigt, dass dies fachlich richtig und erforderlich ist. Weiterhin wurde ich darauf hingewiesen, dass man unbedingt feuerverzinktes Material verwenden sollte. Ein Normalverzinkter Draht beginnt zwischen dem 5. und 10. Jahr zu rosten, ein feuerverzinkter erst nach Jahrzehnten, letzterer kostet ca. 50 % mehr.

Wenn man nur normalverzinktes Material nimmt, dann müsste der Zaun in absehbarer Zeit (10-20 Jahren) neu gemacht werden. Mit anderen Worten: Wenn man kein feuerverzinktes Material verwendet und kein Fundament macht, dann entsteht nur Murks (schwach Arbet).

Feuerverzinktes Material in Industriequalität findet man nicht in den üblichen Baumärkten, sondern nur in Spezialgeschäften. Soweit ich informiert bin (ein Mitarbeiter einer Hermannstädter Firma hat mir dies bestätigt), gibt es diesen in Rumänien nicht.

Danach stellte sich mir die Lage im Oktober 2007 wie folgt dar. Aufgrund der Tatsache, dass wir 11.400 € hatten und mittlerweile nur noch Robert Binder bereit war, in Reußen mitzuhelfen, habe ich nach einer anderen professionellen Alternative gesucht.

2. Variante: Feuerverzinkter Maschendrahtzaun

Für einen Maschendrahtzaun in Industriequalität mit optimalem Korrosionsschutz, d.h. das gesamte Material ist feuerverzinkt, braucht man für unseren Friedhof folgende Materialien:

·         400 m Maschendrahtgeflecht 60/60/(Geflecht) 2,8 (Draht dicke)x 1750 mm (Höhe) und 400 m Bindedraht;

·         1600 m Spanndraht 3,8 mm Außendurchmesser;

  • 176 Stahlrohrpfosten 60 x 2300 mm, werden alle 2,5 m getan, in den Ecken braucht man Verstärkungen;
  • 32 Streben, 32 Pfostenschellen, 32 Strebenkappen und 32 Geflechtstäbe;
  • 64 Drahtspanner 100 mm.

Die Qualität eines fachlich nach Industriestandard erstellten Zauns ist auf keinen Fall vergleichbar mit üblichen Maschendrahtzäunen oder dem derzeitigen in Reußen, weil

  1. der Zaun in Reußen nicht verzinkt und schon verrostet ist;
  2. der Zaun in Reußen eine Notlösung ist. Wenn man dies fachlich richtig macht, dann wird u.a. der Maschendraht mit Spanndraht 4mal aufgespannt, oben, unten und bei jeweils 58 cm (daher 1600 m Spanndraht, Drahtspanner etc. siehe oben);
  3. Ein fachlich nach Industriestandard verlegter Zaun sieht auch optisch ansprechend aus, die Qualität ist wesentlich besser als bei dem derzeitigen Zaun in Reußen oder wie man diese überall sieht.

Mit dem derzeit verfügbaren Spenden kann man diese Variante zwischen April und Oktober 2009 fertig stellen. Aufgrund der starken Preissteigerungen muss damit gerechnet werden, dass das Geld bald nicht mehr ausreichen wird. 2009 wird es ca. 1000 € teuer werden, als es jetzt ist.

Fazit: Die 1. Variante ist besser und vor allem ansprechender und schöner als die 2. Variante. Damit diese aber professionell realisiert werden kann, brauchen wir neben den derzeitigen ca. 12.500 € weitere 10.000 bis 20.000 €. Weiterhin Menschen, die von Anfang bis Ende den Bau des Fundaments überwachen, weil sonst der Zement und der Betonstahl geklaut werden. Ergebnis wäre, dass das Fundament schon nach kurzer Zeit bröckelt.

Bei der zweiten Variante würde Herbert Robert Binder das Material aus Deutschland nach Reußen bringen und bei sich lagern bis eine Firma aus Hermannstadt, die auch bei der Renovierung der Stadt mitgearbeitet hat, den Zaun aufstellen kann. Vorteil gegenüber Stahlmattenzaun der 1. Variante ist, dass man den Zaun alle paar Jahre wieder anziehen und neu einstellen kann.

Die zweite ist die billigste professionelle Variante, kein Fachmann konnte mir eine billigere nennen. Fachlich gut verlegt (nach Industriestandard), sieht er auch ordentlich aus. Es ist die Einzige Alternative, die man mit den derzeit verfügbaren Spendengeldern realisieren kann. Daher hatte ich im 2. Reußner-Heimatblatt 2007 empfohlen diese umzusetzen und wollte dies bis zum August 2008 auch realisieren.

Endgültige Entscheidung: Spätestens auf dem Heimattag in Augsburg am 20. September 2008 sollte eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: BBBank Heidelberg, BLZ 660 908 00, Kontonummer:254388801. Betreff: Friedhofzaun Reußen.

Kontostand: 12.830 €.

 

Johann Lauer                                                                           Leimen, den 10. September 2008

 


 

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